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Fortlaufende Portraitserie in "kultchur"

 

Kulturschaffende - Kurzportraits

 
         
     

In jeder Ausgabe: 3 Churer Kulturschaffende kurz vorgestellt.

© Text und Bilder Walter Schmid/ws-press

Begehrter Akteur

Im Sommer 2011 werden es 30 Jahren her sein, als er erstmals die Bretter, die die Welt bedeuten, betreten hat. Damals, 1981, agierte Andrea Zogg in „Campiello“ auf der Freilichspiel-Bühne in Chur. „Das war die eigentliche Startrampe für meine Karriere“, erinnert sich der Taminsers. Im deutschen Sprachraum ist Andrea Zogg längst ein gefragter Schauspieler, Regisseur, Sänger, Kabarettist – in Theater, Film, Radio und Fernsehen. Trotz Landesbühne Hannover, Schauspielhaus Wien, Maxim Gorki Theater Berlin, zig Film- und Fernseh-Rollen, ist die „Klibühni“ für Andera Zogg aber nach wie vor ein Fixpunkt, letztes Mal im vergangenen Juni in „Stattführung“.

In diesem Herbst erreicht die Präsenz des 53jährige auf Bühne und Leinwand einen Höhepunkt. „Sennentuntschi“ und „Liebling, lass uns scheiden“ kommen in die Kinos mit Zogg als einer der Hauptdarsteller in beiden Filmen. Vor wenigen Wochen abgedreht wurde die Schweizer Tatort-Folge, wo Zogg den Chef-Kommissar spielt. „Auf dem Set“ steht der Taminser für den Film „Mary & Johnny“, in dem die Churerin Nadine Vinzens die weibliche Hauptrolle mimt. Auf Hochtouren laufen die Proben für das Musikal „Schweizermacher“, mit Andrea Zogg in der Rolle des engstirnigen Einbürgerungsbeamten Max Bodmer. Und noch immer tourt Zogg in „Rockerbueba“ mit Stefan Gubser, Hanspeter Müller-Drossaart und Laszlo I. Kish durch das Land und gastiert mit den „Alten Jungs“, die ganz besonders – aber nicht nur – Frauen grosses Vergnügen bereiten, am 29. November im Forum im Ried in Landquart.

 

 

Gefragte Bassistin

„Normalerweise“ sind sie männlichen Geschlechts, jene, die zusammen mit dem Schlagzeuger den groovigen Boden der Bandmusik legen. Eine der wenigen Ausnahmen ist Martina Berther, E-Bassistin, 1984 in Chur geboren. Nun steht sie – bereits mit dem Bachelor of Arts in Musik der Hochschule Luzern im Rüstzeug – kurz vor dem Abschluss des Doppelmasters in Pädagogik und Performance. Eigentlich sei es schon zu ihrer Kanti-Zeit relativ klar gewesen, dass ihre berufliche Zukunft im musikalischen Bereich, im Speziellen beim Elektrobass, liege, sagt sie. In der Jugendmusik habe sie vom altershalber ausscheidenden Bassisten das Instrument übernommen, „und da wurde mir bewusst, was Musik eigentlich ist.“

Heute gehört Martina Berther, die sich in Masterclasses und Workshops bei einer ganzen Reihe herausragender Basslehrer in Form gebracht hat, zu den gefragten Bassistinnen und groovt sich nicht nur mit ihrer Vorliebe zur Improvisation durch die Jazzlandschaft, sondern steht auch als solide Soul, Pop und Hip-Hop Bassistin immer wieder auf der Bühne. Bei Breitbild und Gimma hat sie schon Akzente gesetzt, die seit 2007 bestehende reine Frauen-Soul-Band „X-elle“ begeistert mit Martina Berther die Konzertbesucher in der ganzen Schweiz, in den Jazz-Formationen „mûr“ und „TrazzZ!“ prägt sie den Groove und in Chur gastiert sie regelmässig in der Marsöl-Bar an den „Weekly Jazz“-Veranstaltungen – nächste Gelegenheit, Matina Berther am E-Bass im Marsöl zu sehen und hören:  Donnerstag, 13. Oktober, zusammen mit Andi Schnoz (Gitarre) und Rolf Caflisch (Drums).

 

 

Besessener Zeichner

Von seiner Sorte gibt es nicht mehr viele: Schnellzeichner, die andauern mit Papier und Stift auf der Lauer nach Opfern sind, in der Beiz, an der Strassenecke, bei Anlässen… Mit zielsicheren Strichen und in Windeseile bringen sie Gesichter überspitzt aber unverkennbar aufs Papier. Hugo Cadruvi ist einer dieser Zunft der Live-Karikaturisten. Wir treffen ihn im „Calanda“. Cadruvi scannt mit seinen Augen ein Pärchen am andern Tisch. Dann geht es schnell: die schwarzen Striche fliegen aufs Papier und mit den grautönigen Filzstiftpinsel schattiert und modelliert er die Zeichnung.

Kaum eine Handvoll seiner Gilde gebe es noch in der Schweiz, sagt der ausgebildete Grafiker, der vor genau 20 Jahren seinem gelernten Beruf abtrünnig geworden ist. Seither zeichnet er fast nur, weil er völlig davon besessen sei. Einerseits sind das Live-Karikaturen an Anlässen aller Couleur wozu er direkt von Kunden oder via Künstleragentur engagiert wird. Der Rayon für solche Einsätze umfasst praktisch die ganze Schweiz.

Das zweite Bein sind die Karikaturaufträge, die er in seinem Atelier in Felsberg erledigt. Zum Palmares in dieser Sparte gehört z. B. die überzeichnete Darstellung der gesamten Banker-Teppichetage der UBS Schweiz, „karikiert vor dem grossen Schlammassel“, betont Cadruvi. Und dann sind noch Karrikaturen in den Beizen und vor allem die „einsamen“ Tage im Maiensäss, wo der Zeichner – wie kann es anders sein – ausschliesslich zeichnet… und zeichnet … und zeichnet.

 
     
       
     
       
     
       
     

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