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"Lernschwäche" trotz Intelligenz - was nun? |
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ws. Jedes zwanzigste Schulkind leidet an Konvergenzschwäche – eine Sehstörung, die grossen Einfluss auf die Schulleistungen und das Verhalten in der Schule haben kann. Das Problem ist leicht zu beheben, sofern es erkannt wird. Andernfalls könnte dem Kind ein Leben weit unter seinen Möglichkeiten drohen. Robert und Claudia S*. und ihr beiden Kinder (9- und 11-jährig) sind wieder eine glückliche und harmonische Familie geworden. Vor einem Jahr sah es gar nicht danach aus. Die Eltern waren an einem Punkt angelangt, an dem „das Lichtlein im Tunnel“ zu verschwinden drohte. Seit dem Eintritt der älteren Tochter Sarah* in den Kindergarten – vor allem aber während der ersten Primarschuljahre – haben sie immer wieder bei Ärzten, bei Schulpsychologen, Lehrerinnen, Lehrern und endlosen Beratungsgesprächen Hilfe gesucht, um die schlechten Leistungen ihrer Tochter zu ergründen. Verschiedenste Therapien und Lernunterstützungen waren mehr oder weniger erfolglos. Robert S.: „Wir sind von Pontius zu Pilatus und zurück gegangen. Unsere Familie wurde dadurch extrem belastet. Wir waren oft total frustriert, denn wir konnten einfach nicht akzeptieren, dass ein kluges, wissbegieriges Kind daheim völlig normal ist, aber in der Schule nicht genügen kann und trotz enormem Einsatz noch und noch schlechte Noten mit nach Hause bringt.“ Sarah sei in der Schule als lernschwach und langsam eingestuft worden, so ihr Vater. Eine Lehrkraft habe den Eltern zu verstehen gegeben, „das Mädchen könne halt später eine nicht sehr anspruchsvolle Arbeit verrichten“. Das Leben sei halt hart, man müsse sich mit gewissen Grenzen abfinden und die Schule hätte keine Möglichkeiten tiefer auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen. Vielleicht wäre der Lebens- und Leidensweg der aufgeweckten Sarah in diese Richtung verlaufen, hätten die Eltern resigniert und aufgegeben.
Ursache Sehstörung Nach sechsjähriger Odyssee hat die unermüdliche Suche zum fast nicht mehr erwarteten Ziel geführt. Auf Grund eines Zufalls sind die Eltern auf ihrem langen Weg nach der Ursache der Beschwerden ihres Kindes auf den diplomierten Augenoptiker Tobias Herrmann gestossen. Herrmann hat sich in einem Zusatzstudium in den USA 2008 zu einem der kaum ein Dutzend in der Schweiz arbeitenden Funktionaloptometristen ausgebildet – eine Teildisziplin der Augenoptik. Nach einem Gespräch und einer 50-minütigen Erstuntersuchung war klar: Sarah hat eine Störung in der Koordination der Augenmuskeln, eine sogenannte Konvergenzschwäche.
Effektiv behandelbar „Konvergenzschwäche“ erklärt Tobias Herrmann, „führt zu Symptomen wie zum Beispiel schlechte Konzentration, langsames Lesen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Augenbeschwerden und Kopfschmerzen. Die Beschwerden treten im Zusammenhang mit Schultätigkeiten wie Lesen und Schreiben auf. Auch nur eines oder zwei der Symptome kann reduzierte Lernfähigkeit verursachen. Besonders gravierend sind die Folgen dieser Sehstörung, weil sie auch schon oft im frühen Schulalter auftritt und in den Industrienationen ebenso wie andere Sehstörungen (z.B. Kurzsichtigkeit) stark im Zunehmen begriffen ist.“ Tobias Herrmann, der durch sein Studium in den USA Zugang zu neuesten Forschungsergebnissen hat, berichtet über eine Studie des US Gesundheitsministeriums vom Oktober 2008: „Sie zeigt auf höchstem wissenschaftlichen Niveau, dass von den verschiedenen Methoden, welche zur Behebung der Konvergenzschwäche angeboten werden, nur das Visualtraining tatsächlich wirksam ist. Die Konvergenzschwäche wird bei Standard-Sehtests häufig übersehen, weil diese oft nur Sehfunktionen in der Ferne prüfen. Für das Lesen und Lernen werden jedoch Sehfunktionen benötigt, welche man nur durch Teste in der Nähe prüfen kann.“ Aus diesem Grund, so Herrmann, werde bei Kindern häufig fälschlicherweise eine Lernstörung oder eine Lernschwäche diagnostiziert, obwohl eine behandelbare Sehstörung vorliege.
Der Alptraum ist vorbei Sarah hat wöchentlich über die Dauer von 21 Wochen in der Praxis von Tobias Herrmann ihre Augen mit verschieden Hilfsmitteln trainiert. Dazu musste sie täglich zuhause eine 20minütige Trainingseinheit unter Aufsicht der Eltern und nach genauen Vorgaben des Funktionaloptometristen absolvieren. Nach zwölf Wochen waren die Beschwerden verschwunden und die Sehstörung nahezu behoben. Die restliche Zeit diente dazu, das richtige Sehen durch Training und Übungen in der Praxis und zuhause zu automatisieren. Sarah schrieb nach den 21 Trainingswochen Anfang April dieses Jahres an Tobias Herrmann u. a.: „…Ich hatte grosse Schwierigkeiten, Arbeiten in angemessener Zeit zu erledigen. Ich wurde sehr schnell müde, sah doppelt und unscharf in der Nähe. Lesen von der Wandtafel oder vom Hellraumprojektor war sehr schwierig. Auch der Umgang mit Werkzeug fiel mir damals viel schwerer als heute. Beim Autofahren brauche ich jetzt keine Tabletten mehr... Das Augentraining war eine super Sache, auch wenn man nicht immer so Lust hatte, es täglich zu machen. Heute bin ich aber froh, es so konsequent durchgezogen zu haben. Das Lesen macht jetzt so viel mehr Spass!“ „Heute liesst Sarah viel und schreibt mühelos“, sagt ihr Vater. „Der Alptraum der einst unerklärbar schlechten Schulnoten ist auch vorbei, unsere Tochter entwickelt sich prächtig und die Familie blüht als Gemeinschaft richtig auf.“
Frühes Erkennen ist wichtig Trotz der grossen Erleichterung und Freude bleibt bei Robert und Claudia S. ein bitterer Nachgeschmack. Ein aufgesuchter Augenarzt habe nur eine Weitsichtigkeit entdeckt und eine entsprechende Brille verschrieben. Auch eine sogenannte Prismenbrille, welche von einem Augenoptiker empfohlen wurde, brachte keinen Erfolg. Kinderärzte konnten zwar Defizite in der Motorik feststellen, die Ursache der Störung jedoch nicht erkennen. Zu denken gibt Robert S. auch die Reaktion verschiedener für solche Probleme relevanten öffentlichen Stellen, wo das Problem ebenfalls nicht eingeordnet werden konnte. Den Eltern wurde sogar mitgeteilt, dass ihr Kind auf Grund der getätigten Tests über eine eher überdurchschnittliche Intelligenz verfüge, gleichzeitig wurde das Kind an falsche Fachstellen delegiert und mit nicht zielführenden Therapien über eine lange Zeit (ca. 5 Jahre) erheblichen Belastungen ausgesetzt.
„Auf die klaren Symptome bei Konvergenzschwäche sollte bereits
und speziell in den Schulen der unteren Stufen vermehrt geachtet
und reagiert werden“, fordert Tobias Herrmann. Voraussetzung
dazu sei natürlich die Kenntnis der Anzeichen und der
Möglichkeit zur Behebung der Störung durch Visualtraining.
„Neuere Forschungsergebnisse bestätigen, dass 13 Prozent der
Kinder zwischen 9 und 13 Jahren an einer mässigen bis starken
Konvergenzschwäche leiden, welche die Lernfähigkeit
beeinflusst“, gibt der Funktionaloptometrist zu bedenken. „Wird
diese Schwäche nicht behoben, besteht die Gefahr, dass viele
Fähigkeiten und Talente verkümmern und ein kluges Kind ein
ganzes Leben unter seinen Möglichkeiten eingeschätzt wird. Was
das für Auswirkungen auf das Leben eines Menschen haben kann,
ist nur zu erahnen.“ (*Namen der Redaktion bekannt)
INFORMATION
Typische Beschwerden Wenn ein Sehproblem die Ursache von Schulschwierigkeiten ist, sind die Beschwerden eines Kindes in der Regel typisch. Falls Sie sich nicht sicher sind, finden Sie im Internet unter www.visualtraining-gr.ch Listen zur Beantwortung der Frage, ob eine funktionaloptometrische Abklärung zu empfehlen ist.
ADS/ADHS und Sehen Eine Studie des „Children`s Eye Center“ an der Universität San Diego (USA) zeigt einen Zusammenhang zwischen Konvergenzschwäche und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung). Demnach sind Kinder mit Konvergenzschwäche dreimal häufiger mit ADHS diagnostiziert, als Kinder ohne Konvergenzschwäche. „Noch nicht klar ist, ob eine Konvergenzschwäche ADHS verschlimmert, oder ob Konvergenzschwächen fälschlicherweise als ADHS diagnostiziert wurden. Kinder, die mit ADHS diagnostiziert wurden, sollten jedoch auf eine eventuelle Konvergenzschwäche untersucht und entsprechend behandelt werden.“ sagt Dr. Granet vom „Children's Eye Center”. ___________________________
Kontakt/Auskunft Funktionaloptometrie / Visualtraining Tobias Herrmann Weststrasse 11 Industriezone Landquart/Tardis 7205 Zizers 081 322 53 92 www.visualtraining-gr.ch
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